Dein Magazin rund um gewichtheben, kraftsport und fitness

Neue Weltrekorde – Erfolgreiche IWF-Juniorenweltmeisterschaften gehen zu Ende

Nach neun Wettkampftagen ist die diesjährige Juniorenweltmeisterschaft des internationalen Gewichtheberverbandes (IWF) nun zu Ende. Neben einer deutschen Bronzemedaille von Antonia Ackermann gab es einige neue Junioren-Weltrekorde zu bestaunen.

Neun ereignisreiche Tage liegen hinter dem internationalen Gewichtheber-Nachwuchs. In Heraklion, Griechenland, durften sich die Besten der Welt bei der IWF-Juniorenweltmeisterschaft messen und hinterließen einen Vorgeschmack dessen, was von ihnen in den nächsten Jahren bei Senioren-Wettkämpfen erwartet werden darf.

Während Athleten und Athletinnen aus Russland und Weißrussland nicht an der Junioren-WM teilnehmen durften, hatten auch China, Rumänien und Bulgarien aus verschiedenen Gründen nicht an dem internationalen Event teilgenommen. Der Ukraine indes, deren Athleten und Athletinnen aufgrund des Krieges in Bukarest oder Rumänien trainieren, wurden zu Beginn große Chancen zugesprochen, am Ende den Medaillenspiegel anzuführen.

Ukrainische Heber und Heberinnen waren am ersten Wettkampftag jedoch noch nicht vertreten, sodass Indien (-45 kg Frauen), Indonesien (-49 kg Frauen) und Armenien (-55 kg Männer) am Eröffnungstag Gold gewannen. Die indische Heberin Harshada Sharad sorgte damit für den ersten Juniorenweltmeistertitel der Frauen für ihr Heimatland.

Am zweiten Wettkampftag indes stellte die belgische Heberin Nina Sterckx in der Gewichtsklasse bis 55 kg ihr Können unter Beweis. Sie erzielte mit 93 kg, 111 kg und 204 kg persönliche Bestleistungen im Reißen, Stoßen sowie im Zweikampf und gewann damit in allen drei Disziplinen Gold. Ihre im Vorfeld größte Konkurrentin Svitlana Samuliak aus der Ukraine ließ die Belgierin mit diesen Ergebnissen zwar weit hinter sich, nichts desto trotz sicherte sich die Ukrainerin im Reißen und im Zweikampf den zweiten Platz (89/103/192).

Nina Sterckx lässt ihre Konkurrentinnen weit hinter sich.

Einen ersten Weltrekord bei der Junioren-WM stellt der Amerikaner Hampton Morris am zweiten Wettkampftag in der Gewichtsklasse bis 61 kg auf. Nachdem ihm zunächst aber seine ersten beiden Versuche im Reißen von 116 kg nicht geglückt waren und er nur seinen dritten Versuch (116 kg) gültig in die Wertung bringen konnte, blieb er im Stoßen ganz gelassen. Ihm glückten alle drei Versuche (150/154/160), was ihm die Goldmedaille im Stoßen, im Zweikampf sowie einen neuen Junioren-Weltrekord im Stoßen einbrachte.

Ackermann gewinnt Bronze im Reißen

Am darauffolgenden dritten Wettkampftag lieferten sich drei Athleten in der Gewichtsklasse bis 67 kg einen spannenden Kampf. So waren es der Thailänder Weeraphon Wichuma, der Armenier Gor Sahakyan und der Türke Fehmi Genc, die sich in allen drei Disziplinen das Podium teilten. Wichuma gelang dabei mit 140 kg im Reißen, 171 kg im Stoßen und 311 kg im Zweikampf Gold in der ersten olympischen Disziplin und im Zweikampf, im Stoßen indes wurde er Zweiter. Dort sicherte sich Genc aus der Türkei den Weltmeistertitel (171 kg), im Reißen wurde er Dritter und im Zweikampf Zweiter. Bronze in der Gesamtwertung holte sich schließlich der Armenier Sahakyan (137kg, 165 kg, 302 kg).

Einen weiteren Junioren-Weltrekord brachte am vierten Wettkampftag der Indonesier Rizki Juniansyah (-73 kg) auf die Plattform. Der 18-Jährige verbesserte seinen eigenen Rekord um ein Kilogramm auf 156 kg im Reißen, was ihm dort auch den Weltmeistertitel einbrachte. Im Stoßen legte er anschließend mit 185 kg im ersten Versuch nach (185/195x/199x) und gewann damit im Stoßen wie auch im Zweikampf erneut Gold.

Den ersten kolumbischen Weltmeistertitel dieser WM sicherte sich am selben Wettkampftag in der Gewichtsklasse bis 64 kg Julieth Rodriguez. Auch im Reißen und im Stoßen hatte die Kolumbianerin Gold gewonnen (97 kg, 124 kg) und verwies damit die Mexikanerin Queysi Rojas in allen drei Disziplinen auf Rang zwei (96/119/215). Im Reißen indes kürte sich die deutsche Athletin Antonia Ackermann mit ihrem dritten Versuch von 91 kg zur Bronzemedaillen-Gewinnerin.

Mit 91 kg in ihrem dritten Versuch im Reißen sichertesich Antonia Ackermann die Bronzemedaille.

Am darauffolgenden fünften Wettkampftag sollten sich die ägyptischen Heber und Heberinnen besonders hervortun. So setzte sich in der Gewichtsklasse bis 71 kg Neama Said gegen die Amerikanerin Olivia Reeves, die sich jedoch den Weltmeistertitel im Reißen sicherte (107 kg), durch und holte Gold (106 kg, 131 kg, 237 kg). Reeves landete mit einer Zweikampfwertung von 236 kg nur knapp dahinter. Mariana Garcia gewann Bronze (95 kg, 127 kg, 222 kg) und sicherte Mexiko damit die vierte WM-Medaille.

Einen engen Kampf lieferten sich dann die Männer in der Gewichtsklasse bis 81 kg. So waren die sechs besten Athleten nur vier kg voneinander getrennt und die drei Erstplatzierten erzielten mit 324 kg alle das gleiche Zweikampfergebnis. Zum Weltmeister kürte sich schließlich der Türke Hakan Kurnaz, der auch das Reißen für sich entschied und die 324 kg im Zweikampf vor seinen Konkurrenten Mahmoud Hosny aus Ägypten (Silber) und Saba Asanidze aus Georgien (Bronze) auf die Plattform gebracht hatte.

Gold für die Ukraine

Die erste Goldmedaille für die Ukraine sollte es dann am sechsten Wettkampftag geben. Maksym Dombrovskyi gewann in der Gewichtsklasse bis 89 kg deutlich und benötigte nur seinen ersten Stoßversuch, um den Armenier Suren Grigoryan um fünf Kilogramm zu übertreffen. Mit 155 kg im Reißen und 190 kg im Stoßen gewann der Ukrainer zudem in den beiden olympischen Disziplinen Silber und Gold.

Maksym Dombrovskyi Gewinnt das erste WM-Gold für die Ukraine.

In der Frauen-Gewichtsklasse bis 76 kg brachte Bella Paredes aus Ecuador eine starke Leistung auf die Plattform (104 kg, 131 kg, 235 kg), verbesserte damit ihre bisherige Bestleistung um 13 kg und vereinte alle drei Goldmedaillen auf sich.

Zum zweiten Mal in Folge gewann am darauffolgenden siebten Wettkampftag der Armenier Garik Karapetyan den Weltmeistertitel in der Gewichtsklasse bis 96 kg. Mit 170 kg im Reißen, 200 kg im Stoßen und damit 370 kg im Zweikampf verbesserte er seine Ergebnisse von 2021 um 15 kg. Den Moldawier Tudor Bratu verwies der Armenier damit auf Rang zwei in der Gesamtwertung (163 kg, 201 kg, 364 kg), Yasser Usama gewann Bronze (157 kg, 202 kg, 359 kg).

Bei den Frauen sicherte sich an diesem Tag in der Gewichtsklasse bis 81 kg die Türkin Dilara Narin (99 kg, 131 kg, 230 kg) die Goldmedaille und stellte damit eine persönliche Bestleistung auf. Die Mexikanerin Emmy Gonzalez holte bei ihrem internationalen Debüt Silber (100kg, 127 kg, 227 kg) und Fatma Ahmed (99 kg, 122 kg, 221 kg) gewann Bronze.

Weltrekord für den Ukrainer Hoza

Am vorletzten Wettkampftag der IWF-Juniorenweltmeisterschaft sahen die Zuschauer nochmal eine mehr als beeindruckende Leistung. Direkt zweimal verbesserte Bohdan Hoza seinen eigenen Weltrekord und sicherte der Ukraine damit die zweite Goldmedaille bei der WM. Der 19-Jährige absolvierte sowohl seinen ersten Versuch im Reißen als auch im Stoßen als seine Konkurrenten in der Gewichtsklasse bis 109 kg bereits fertig waren. So begann er das Reißen mit 180 kg und legte anschließend 191 kg und 195 kg nach, was seinen eigenen Junioren-Weltrekord zweimal übertraf.

Im Stoßen erzielte er 205 kg und 215 kg und beendete damit den Wettkampf mit einer Zweikampfleistung von 410 kg, was eine neue persönliche Bestleistung von zehn Kilogramm bedeutete. Ammar Rubaiawi aus dem Irak holte sich mit großem Abstand (168 kg, 191 kg, 359 kg) zu Hoza die Silbermedaille und der Kolumbianer Fernando Bonilla gewann Bronze (160 kg, 195 kg, 355 kg).

Der Ukrainer Bohdan Hoza übertrifft seinen eigenen Weltrekord im Reißen gleich zweimal.

Im vorletzten Wettbewerb der Frauen in der Gewichtsklasse bis 87 kg kürte sich Tursunoy Jabbarova aus Usbekistan zur Siegerin. Souverän gewann sie (109 kg, 129 kg, 238 kg) vor Elizabeth Reyes (99 kg, 127 kg, 226 kg), die damit die erste WM-Medaille für Kuba holte, und der Amerikanerin Avery Owens (99 kg, 123 kg, 222 kg).

Medaillen für Korea

Am letzten Tag der Juniorenweltmeisterschaften kam es schließlich noch zu den Wettbewerben der offenen Gewichtsklassen. So gewannen in der Frauen-Kategorie über 87 kg die beiden Koreanerinnen Hyeieong Park (120 kg, 161 kg, 281 kg) und Hyoeon Kim Gold sowie Silber, Bronze ging an die Kasachin Aisamal Sansyzbayeva.

Und zum Abschluss der Juniorenweltmeisterschaft bekamen die Zuschauer dann noch einen neuen Weltrekord zu sehen. Mit 239 kg im Stoßen brach Alireza Yousefi aus dem Iran seinen eigenen Rekord und gewann zudem Gold im Zweikampf (416 kg). Dahinter landeten der Usbeke Mirkhosil Mirzabaev (176 kg, 212 kg, 388 kg) und der Ukrainer Bohdan Taranenko (167 kg, 207 kg, 374 kg).

Du hast eine interessante Veranstaltung auf die Du hinweisen möchtest?
Dein Verein hat eine spannende Geschichte zu erzählen?
Du kennst eine Athletin oder einen Athleten, den wir unbedingt vorstellen sollten?
Facebook
Twitter
LinkedIn
Pinterest
Reddit
WhatsApp

MEHR NEWS

Das könnte dich auch interessieren