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Good Friday Battle – Ein Hero Workout in Andenken an das Karfreitagsgefecht

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Zu Ehren der Gefallenen des Karfreitagsgefechts in Isa Khel, Nordafghanistan, haben die beiden Fallschirmjäger Manuel und Philipp aus Seedorf das Good Friday Battle programmiert. Das CrossFit-Event dient zum Gedenken an die Gefallenen und verwundeten Kameraden und gleichzeitig auch einem guten Zweck.

Im Juli 2005 wurde in Amerika mit „Murph“ das erste „Hero Workout“ ins Leben gerufen. Diese sogenannten Hero Workouts sind spezielle CrossFit-WODs, die geschaffen wurden, um die Andenken von gefallenen Soldaten zu wahren sowie deren Mut und Tapferkeit zu verewigen. Seitdem wird vor allem in Amerika gefallenen Mitgliedern des Militärs sowie Ersthelfern, die in ehrenvoller Weise im Dienst gestorben sind, ein Hero Workout gewidmet.

Während solch ein Andenken in Amerika gang und gebe ist, gab es so etwas in Deutschland bis vor einigen Jahren nicht. Erst im Jahr 2015 entstand beim Fallschirmjäger Manuel zum Gedenken an seine gefallenen Kameraden vom Karfreitagsgefecht aus der 3. Kompanie die Idee, ein deutsches Hero Workout zu etablieren. Beim Karfreitagsgefecht waren im Dorf Isa Khel in Nordafghanistan am 2. April 2010 bei einem Gefecht zwischen Fallschirmjägern aus Seedorf und islamistischen Terroristen drei Soldaten gefallen und vier weitere verwundet worden. Hauptfeldwebel Nils Bruns, Stabsgefreiter Robert Hartert und Hauptgefreiter Martin Augustyniak.

Zusammen mit seinem Kameraden Philipp rief Manuel schließlich das Good Friday Battle ins Leben, um an ihre gefallenen Kameraden zu gedenken sowie eine in Deutschland neue Gedenkkultur zu erschaffen. „Ich habe mich für das erste deutsche Hero Workout von der „MURPH-Challenge“ inspirieren lassen. Ich fand den Gedanken gut, dass dieses Workout in Gedenken an den gefallenen Soldaten mittlerweile jedes Jahr beinahe auf der ganzen Welt absolviert wird.

Da auch wir in Deutschland leider gefallene Kameraden haben, sollte von nun an auch ihnen gedacht werden“, sagt Initiator Manuel. Im Jahr 2016, am sechsten Jahrestag des Karfreitagsgefechts, veröffentlichten die beiden schließlich das Good Friday Battle, das sich an das Datum des Gefechts anlehnt und sowohl in einer Bodyweight- als auch in einer RX/CrossFit-Version absolviert werden kann.

GOOD FRIDAY BATTLE

Bodyweight-Variante

20 min AMRAP

2, 3, 4, 5, … Burpees (ascending ladder)

4 Hand Release Push Ups

10 Lunges (each leg)

RX-Variante

20 min AMRAP

2 Rope Climbs (15ft/4,50m)

4 Strict Deficit Handstand Push Ups
(male 3,5in/9cm – female 2in/5 cm)

10 Pistols (each leg)

Im ursprünglichen Workout stehen 2 Rope Climbs, 4 Strict Deficit Handstand Push Ups und 10 Pistols pro Bein für den 2. April 2010. „Rope Climbs bzw. die Fähigkeit sich an einem Zeil hochzuziehen und Hindernisse zu überwinden, gehört für mich für einen Soldaten einfach dazu. Bei den Strict Deficit Handstand Push Ups ist man mit dem Kopf noch tiefer als gewöhnlich und das steht dafür, dass es Situationen im Leben gibt, in denen man einfach tief in der Scheiße steckt und man einen unbändigen Willen braucht, um sich da wieder raus zu kämpfen. Die Pistols erklären sich von Beruf wegen von selbst.“

Am zehnten Jahrestag des Karfreitagsgefechts stellte Manuel beim Kommandeur des Regiments 31 den Antrag, dass er das Good Friday Battle gern mit dem Standort durchführen wollen würde. Daraufhin entstand die Bodyweight-Variante des Workouts, das jedoch für eine zusätzliche Herausforderung mit einem Rucksack auf dem Rücken oder einer Gewichtsweste absolviert werden kann. „Wir wollten damit einmal den Gefallenen und Verwundeten des Karfreitagsgefechts gedenken, aber auch allen anderen in der Bundeswehr. Daraufhin habe ich diese Variante entwickelt, die man überall und mit jedem Fitnesslevel machen kann, ohne dass der Gedanke des Good Friday Battle verloren geht.“

Große Resonanz bereits im ersten Jahr

Bereits im ersten Jahr stießen Manuel und Philipp mit ihrem Projekt auf eine große und positive Resonanz, sodass sie sich dazu entschlossen, das Good Friday Battle im darauffolgenden Jahr weiter wachsen zu lassen. So absolvierten die beiden das Workout im Jahr 2017 zusammen mit verschiedenen CrossFit Boxen wie CrossFit Sturmflut aus Rostock oder CrossFit St. Pauli aus Hamburg. Und auch im dritten Jahr, 2018, stellten sich nicht nur aktive Kameraden, ehemalige Soldaten sowie Angehörige der sportlichen Herausforderung, sondern auch Sportler aus ganz Deutschland und über die Grenzen hinaus, um den Gefallenen zu gedenken. Selbst Games-Athleten wie Lukas Esslinger, Kristin Holte und James Hobart ließen es sich nicht nehmen, das Projekt mit ihrer Teilnahme zu unterstützen.

Das Good Friday Battle hat mittlerweile einen festen Platz in den CrossFit Boxen Deutschlands eingenommen und dient sowohl einem physischen Belastungstest als auch dem Gedenken an die gefallenen Soldaten. So ließen sich Manuel und Philipp im vergangenen Jahr auch von der Corona-Pandemie nicht beirren und absolvierten das Workout online zusammen mit 200 weiteren Athleten und Athletinnen.

Und auch in diesem Jahr kann man sich für das Good Friday Battle wieder anmelden (Anmeldeschluss 15. März) und für einen guten Zweck schwitzen. Zum Jahresbeginn am 1. Januar 2022 wurde in Afrika das Workout bereits absolviert und damit an das Karfreitagsgefecht zurückerinnert. Alle anderen können das Workout ab dem 2. April 31 Tage lang absolvieren und dabei an die Gefallenen, aber auch andere verstorbene Kameraden oder Angehörige gedenken.

Good Friday Battle
Zum Jahresbeginn am 1. Januar 2022 absolvierten Soldaten in Afrika bereits das Workout, um damit an das Karfreitagsgefecht zurückzuerinnern.

Als Dankeschön für eine Spende erhalten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen entweder einen Patch, Aufkleber oder ein T-Shirt in militärischer oder ziviler Variante. Und auch der Weightlifting Shop unterstützt das Projekt in diesem Jahr. Im Shop gibt es im Zuge dieser Aktion zehn Prozent Rabatt und weitere zehn Prozent werden an das Good Friday Battle gespendet. „Ich glaube, wer diesen Rabattcode benutzt, ist daran interessiert, mehr über das Good Friday Battle zu erfahren und bringt unserem Projekt Aufmerksamkeit entgegen.“ Der gesamte Erlös des Good Friday Battle geht an den Verein Veteranenkultur e. V., der bereits im Juni 2019 einen Gedenkplatz für Martin Augustyniak in Bielefeld errichtet hat.

Getreu dem Leispruch des Zuges „Stamus una, Cadimus una“ (Wir stehen zusammen, wir fallen zusammen) geht das Good Friday Battle am 2. April in die nächste Runde.

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