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Gewichtheben international – Jüngste Dopingfälle rücken Sport in schlechtes Licht

Der Internationale Gewichtheberverband zeigte mit seinen Reformen zuletzt Erfolge in der Dopingbekämpfung, doch wurden so drei Trainer sowie drei Medaillengewinner von Tokyo lebenslang gesperrt bzw. vorläufig suspendiert.

Die Reformen des Internationalen Gewichtheberverbandes (IWF) scheinen Früchte zu tragen, doch ob sich diese sonderlich positiv auf den Sport auswirken werden, ist fraglich. So hat die Entscheidung der IWF, härter gegen Doping vorzugehen und alle Verfahren an die Internationale Testagentur (ITA) zu übergeben, dazu geführt, dass jüngst weitere Dopingvergehen aufgedeckt werden konnten.

Einer von ihnen ist der ukrainische Trainer Matsokha Mykhailo, der aufgrund von „Manipulation und Mittäterschaft“ im Zusammenhang mit einem Vergehen seines Athleten Dmytro Chumak (mehrfacher Europameister und Medaillengewinner bei Weltmeisterschaft) nun lebenslang gesperrt wurde. Solch eine Sperre von Trainern war bis Ende 2020 nicht üblich. Erst die Unterzeichnung des IWF-ITA-Abkommens, das dem Internationalen Gewichtheberverband die Dopingkontrolle abnahm, führte zu solch einer Bestrafung.

Und es ist bereits die dritte lebenslange Sperre für einen Gewichtheber-Trainer seit diesem Abkommen. Den Anfang machte der Ägypter Khaled Korany, es folgte der thailändische Trainer Liu Ning aus China im Mai vergangenen Jahres.

Der ukrainische Heber Chumak indes wurde vorläufig suspendiert, nachdem er im Mai 2021 u.a. aufgrund von versuchter Bestechung angeklagt worden war. Eine weitere Suspendierung gab die ITA zudem erst kürzlich bekannt. Der Georgier Anton Pliesnoi – Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele in Tokyo (-96 kg) – wurde bei den IWF-Weltmeisterschaften 2021 in Taschkent positiv auf Ligandrol (SARMS LGD-4033) getestet. Dass seine vorläufige Suspendierung erst jetzt bekanntgegeben wurde, liegt an den strengen Datenschutzbestimmungen, an die sich die ITA hält.

Damit ist Pliesnoi schon der dritte Medaillengewinner von Tokyo, der aufgrund eines positiven Tests suspendiert wurde. Die beiden anderen sind Zacarias Bonnat aus der Dominikanischen Republik (ebenfalls SARMS) und der dreifache Champion Lu Xiaojun aus China, der (Erythropoietin). Beide waren in Dopingkontrollen außerhalb der Wettkämpfe positiv getestet worden.

Einsicht der aktuellen Suspendierungen auf ITA-Website

Bisher waren die aktuellen Suspendierungen (vorläufige und bestätigte) auf der IWF-Website veröffentlicht worden, doch auch das hat sich für eine bessere Transparenz geändert. Suspendierte AthletInnen werden nun auf der Website der Internationalen Testagentur aufgeführt, was Teil des neuen Ansatzes der IWF bei der Dopingbekämpfung ist.

Die aktuellen Suspendierungen, ob vorläufig oder bestätigt, werden auf einer neuen Seite auf der ITA-Website aufgeführt und nicht mehr auf der IWF-Website, auf der weiterhin historische Sanktionen aufgeführt werden.

So muss die Liste der aktuellen Suspendierungen allerdings nicht vollständig sein. Aufgrund von Datenschutzgesetzen könnten HeberInnen, die positiv getestet worden sind, noch nicht auf der neuen Sanktionsliste erscheinen. So bietet diese Liste zwar wahrscheinlich keinen vollständigen Überblick, doch macht sie die Dopingbekämpfung ein wenig transparenter.

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